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Gutachten zur Folgeeinschätzung der Artabana Deutschland Solidargemeinschaft e. V.
– Großschadendeckung, Pflegeabsicherung, Alterungsvorsorge –

Kurzfassung
(ausführliche Fassung als Download 1,4 MB)

0. Zusammenfassung

Dieses Gutachten untersucht im Auftrag des Vorstands wesentliche Aspekte zur Zukunftssicherung der Artabana Deutschland Solidargemeinschaft e. V. (AD), nämlich die Risikoabsicherung gegen Großschäden sowie gegen steigende Schäden durch Alterung der Mitglieder, sowie die Möglichkeit der Absicherung für den Pflegefall. Es nimmt die Untersuchungen des Erstgutachtens vom 15.10.2008 sowie des Folgegutachtens vom 07.10.2010 auf, aktualisiert und ergänzt diese.

Die verbesserte Datenlage erlaubt für den Stand Ende 2010 eine aussagefähige Beurteilung der Sicherheitslage von AD.

Mit fast 1.800 (Vorjahr: 1.700) Personen am Jahresende 2010 standen im Jahr 2010 Beitragseinnahmen in Höhe von 1.656 (VJ: 1.434) TEUR Leistungen von 1.215 (VJ: 980) TEUR gegenüber. Der Solidarfonds konnte auf insgesamt 2.552 (VJ: 2.175) TEUR gesteigert werden.

Für die Sicherheitslage von AD ausschlaggebend sind ausreichende Beiträge und zusätzliche Sicherheitsmittel. Die Beiträge sind im Vergleich mit den im Mittel zu erwartenden Leistungen und den Kosten als ausreichend anzusehen, um diese jährlich abzudecken. Die weiter gestiegene bereits hohe Zahl an Mitgliedern gewährleistet auch bereits einen gewissen Ausgleich von Leistungsschwankungen und mittelgroßen Schäden im Kollektiv.

Bei extrem seltenen Großschäden könnten die Leistungen jedoch die Beiträge insgesamt bei AD übersteigen. Genau hierfür steht aber der Solidarfonds zur Verfügung. Dieser ist mehr als ausreichend, um selbst eine Schadenschwankung durch Großschäden abzudecken, wie sie einmal in 5.000 Jahren auftreten kann. Dieses Sicherheitsniveau ist bereits äußerst vorsichtig.

Damit stehen derzeit ausreichend Mittel zur Verfügung, um selbst seltene Großschäden, die über den inzwischen auch schon gut gegebenen Ausgleich im Kollektiv hinausgehen, mit hoher Sicherheit abzudecken.

Tatsächlich betragen die Sicherheitsmittel Ende 2010 ca. 240 % der Mittel, wie für die Absicherung von Extremschäden erforderlich – das heißt solcher Schadensummen, wie sie für die Ende 2010 vorhandene Anzahl Personen bei Artabana nur alle 5.000 Jahre zu erwarten sind. Daran ändert sich nichts, wenn das Pflegefallrisiko mit berücksichtigt wird.

Artabana ist zudem in der Lage und stellt dies auch 2010 unter Beweis, dass ausreichend neue junge Mitglieder gewonnen werden, um einen stabilen Risikoausgleich im Kollektiv zu gewährleisten und einer Überalterung in absehbarer Zukunft entgegenzuwirken. Auch lassen die sehr günstigen Beiträge eine Erhöhung aufgrund steigenden individuellen und Durchschnittsalters durchaus noch leicht verkraftbar erscheinen. Von daher ist die Notwendigkeit einer Vorsorge gegen Überalterung – etwa im Sinne einer Alterungsrückstellung wegen des Älterwerdens der Mitglieder - derzeit nicht festzustellen.

Derzeit ist mit einem Durchschnittsalter von ca. 44 Jahren (VJ: 43 Jahre) trotz gestiegenem Altersdurchschnitt eine Überalterung noch nicht festzustellen und zeichnet sich für die nächsten Jahren auch noch nicht ab. Die künftige Entwicklung wird stark vom Alter und Umfang der Neumitglieder bestimmt werden.

Bei einer Zunahme des Durchschnittsalters um z. B. ein Jahr – was z. B. bei theoretisch zu geringem oder im Mittel zu altem Neuzugang über einen Zeitraum von einigen Kalenderjahren eintreten würde - käme es verteilt über diese Jahre zu einer zusätzlichen Leistungssteigerung um ca. 3,0 %. Dieser Effekt – verteilt über einige Kalenderjahre - tritt also zu einer allgemeinen Kostensteigerung von vielleicht 3 % bis 4,0 % pro Jahr hinzu.

Diese Feststellungen gelten analog ebenso für das Pflegefallrisiko. Für dieses Risiko würde selbst bei äußerst vorsichtiger Annahme von Leistungen auf dem Niveau wie in der Privaten Krankenversicherung gem äß den in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung definierten Leistungen derzeit ein jährlicher Teilbeitrag in Höhe von 40 EUR pro Mitglied einschl. beitragsfrei mitgetragener Familienangehöriger ausreichen – insgesamt rund 70.000 EUR pro Jahr. Auch hier kann ein möglicher Anstieg des Anteils Älterer auf absehbare Zeit gut verkraftet werden. Über 2011 hinaus ist es jedoch auch möglich, die für Pflege ggf. erforderlichen Mittel aus den mehr als ausreichenden Sicherheitsmitteln aufzubringen, sollten die Beiträge dafür nicht ausreichen.

Insgesamt ist Artabana gut aufgestellt, um seine Leistungen – auch im Pflegefall – an die Mitglieder dauerhaft und sicher zu erbringen.

Dabei zeigt sich der Vorteil der von Artabana geförderten Eigenverantwortung der Mitglieder und lokalen Gruppen in einer auf gesunde Lebensweise, Information und Therapiefreiheit zurückzuführenden gegenüber einer Privaten Krankenversicherung sehr maßvollen Leistungsinanspruchnahme.

Eschborn, den 30.05.2011

Schramm

Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger – IHK Frankfurt am Main
Versicherungsmathematik in der privaten Krankenversicherung



Link: Download des Aktuarsgutachtens in der langen Version als pdf (1,4 MB).